Kaum ein Google-Ads-Kampagnentyp wird so kontrovers diskutiert wie Performance Max. Für die einen ist es der einfachste Weg zu mehr Reichweite, für die anderen eine Blackbox, die die Kontrolle über Keywords und Platzierungen aus der Hand nimmt. Beide Sichtweisen treffen einen Teil der Wahrheit.

Dieser Artikel ordnet ein, was Performance Max tatsächlich leistet, welchen Produktionsaufwand die Kampagne voraussetzt und welche Steuerungsmöglichkeiten Google seit 2026 nachgerüstet hat. Grundlage sind ausschließlich die offiziellen Angaben aus der Google-Ads-Hilfe.

Inhaltsverzeichnis

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Was Performance Max ist

Performance Max ist ein zielbasierter Kampagnentyp, der das gesamte Google-Ads-Inventar aus einer einzigen Kampagne zugänglich macht: YouTube, Display, Search, Discover, Gmail und Maps. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass über die Zeit weitere Kanäle hinzukommen können.

Anders als oft angenommen ersetzt Performance Max keyword-basierte Search-Kampagnen nicht, sondern ergänzt sie. Google-KI übernimmt dabei Gebote, Budgetverteilung, Zielgruppenauswahl, Creative-Auswahl und Attribution automatisch, auf Basis der bereitgestellten Assets und Ziele.

Der Einstiegspreis in Arbeit: Asset-Mindestanforderungen

Der reale Kontrollverlust beginnt nicht bei der Steuerung, sondern bereits bei der Vorbereitung. Um eine Asset-Gruppe ohne Merchant-Center-Feed zu veröffentlichen, verlangt Google mindestens 20 Text-Assets, davon 15 Anzeigentitel und 5 Beschreibungen, außerdem 7 Bilder in drei Formaten und mindestens 1 Video.

Das Maximum liegt bei 15 Anzeigentiteln, 5 Beschreibungen, 20 Bildern und 5 Videos pro Asset-Gruppe. Google empfiehlt zudem, mehrere Asset-Gruppen nach Thema, Sprache oder Zielgruppe zu trennen, jede davon vollständig ausgestattet mit allen Asset-Typen, und einen Ad-Strength-Wert von mindestens „Good" anzustreben.

Was das für Sie bedeutet

20 Textbausteine, 7 Bilder und ein Video pro Themenbereich sind ein realer Produktionsaufwand. Genau hier scheitern die meisten Performance-Max-Starts im Mittelstand, nicht an der Kampagnenlogik selbst.

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Die Steuerungsmöglichkeiten 2026

Der häufigste Vorwurf gegen Performance Max lautet Blackbox. Google hat 2026 mehrere konkrete Kontrollen nachgerüstet. Search Themes lassen sich inzwischen mit bis zu 50 Einträgen pro Asset-Gruppe hinterlegen, statt vorher 25, additiv zu den vom System selbst prognostizierten Suchanfragen und mit derselben Priorisierung wie Phrase- und Broad-Match-Keywords in Search-Kampagnen.

Negative Keywords lassen sich auf Kampagnenebene setzen, kampagnenbezogene Listen wirken auf Search- und Shopping-Inventar. Brand Exclusions blockieren automatisch Suchen nach dem eigenen Markennamen, gängigen Schreibfehlern und verwandten Tochtermarken. Google bezeichnet Brand Exclusions als Negative Keywords ausdrücklich überlegen, weil sie zusätzlich Schreibfehler und fremde Schriftsysteme abdecken. Ergänzend lassen sich Final URL Expansion und Brand-Suitability-Einstellungen an- und abschalten.

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Was weiterhin nicht steuerbar ist

Drei Punkte bleiben auch nach den Nachbesserungen 2026 außerhalb der direkten Kontrolle: einzelne Keywords, weil das System grundsätzlich keywordlos arbeitet, einzelne Placements innerhalb des Google-Inventars sowie der genaue Zeitpunkt und die Frequenz der Auslieferung.

Diese Lücke bleibt real und sollte vor dem Kampagnenstart klar kommuniziert werden, gerade gegenüber Kunden, die aus Search-Kampagnen granulare Keyword-Kontrolle gewohnt sind.

Budget: die Ziel-CPA-Regel

Google empfiehlt für Performance Max ein durchschnittliches Tagesbudget von mindestens dem Dreifachen des Ziel-CPA der eingesetzten Conversion-Aktionen. Bei einem Ziel-CPA von 50 Euro ergibt das ein Tagesbudget von mindestens 150 Euro. Nach signifikanten Kampagnenänderungen sollte zusätzlich eine Lernphase von ein bis zwei Wochen oder länger eingeplant werden, in der sich die Auslieferung noch verändert.

Wichtig für die Vorbereitung: Ein sauber konfiguriertes Conversion-Tracking ist Voraussetzung, nicht optional. Performance Max optimiert konsequent auf das, was als Conversion definiert ist, ohne eine korrekte Konfiguration also zuverlässig auf das Falsche.

Wann Performance Max für ein KMU sinnvoll ist

Aus den vorherigen Abschnitten ergibt sich ein klares Anforderungsprofil. Performance Max eignet sich, wenn ausreichend Budget für mindestens das Dreifache des Ziel-CPA vorhanden ist, wenn die Produktionskapazität für vollständige Asset-Gruppen besteht und wenn das Conversion-Tracking bereits sauber konfiguriert ist. Fehlt eine dieser drei Voraussetzungen, liefert die Kampagne selten belastbare Ergebnisse, unabhängig davon, wie gut die Steuerungsoptionen genutzt werden.

Schematische Übersicht

FAQ

Ersetzt Performance Max klassische Search-Kampagnen?

Nein. Performance Max ergänzt keyword-basierte Search-Kampagnen, ersetzt sie aber nicht. Beide Kampagnentypen laufen parallel und bedienen unterschiedliche Steuerungslogiken.

Wie viele Assets brauche ich mindestens für eine Asset-Gruppe?

Ohne Merchant-Center-Feed mindestens 20 Text-Assets, 7 Bilder in drei Formaten und 1 Video. Das ist ein realer Produktionsaufwand, der vor Kampagnenstart eingeplant werden muss.

Kann ich bei Performance Max einzelne Keywords ausschließen?

Direkt nicht auf Keyword-Ebene, weil das System keywordlos arbeitet. Negative Keywords auf Kampagnenebene und Brand Exclusions bieten aber eine praktikable Alternative für die häufigsten Ausschlussfälle.

Wie viel Budget sollte ich für Performance Max einplanen?

Google empfiehlt mindestens das Dreifache des eigenen Ziel-CPA als durchschnittliches Tagesbudget. Bei 50 Euro Ziel-CPA entspricht das mindestens 150 Euro Tagesbudget.

Fazit

Performance Max ist weder die reine Blackbox, die Kritiker beschreiben, noch die mühelose Automatisierung, die manche Verkaufsversprechen suggerieren. Die Kampagne verlangt saubere Vorarbeit bei Assets und Conversion-Tracking und bietet dafür seit 2026 reale, wenn auch begrenzte Steuerungsmöglichkeiten. Wie sich das Dreifache des Ziel-CPA als Tagesbudget in der Praxis berechnet, zeigt der Beitrag zu Google-Ads-Budgetplanung, und wie sich eine solche saubere Vorarbeit auch auf andere Digitalisierungsentscheidungen im Betrieb überträgt, zeigt der Beitrag zu 5 Digitalisierungsfehlern im Mittelstand.